Sandmänner unterstützen das ORWO-Haus

Wie schon angekündigt wollen wir mit den Einnahmen (u.a. vom Rock im Museum) zwei Projekte unterstützen, bei denen wir der Meinug sind, dass es sich um eine gute Sache handelt.

Die ersten 500.-€ gehen an das ORWO-Haus in Berlin, die mit Ihrem Projekt „Ab in den Probenraum“ benachteiligten Jugendlichen ermöglichen wollen, Musik zu machen. Oft scheitert dies nämlich am fehlenden Proberaum und der fehlenden Ausstattung.

Dabei soll ein Raum, der vom ORWOhaus e.V. zur Verfügung gestellt wird, mit der nötigen Ausstattung (unter anderem: Schlagzeug, Anlage, Bass- und Gitarrenverstärker) ausgebaut werden.
Das ORWOhaus bietet kostenlos einen Raum in der Musikfabrik an, der gezielt an benachteiligte Jugendliche, sowie an junge Menschen mit Behinderung vermittelt wird.
Unter ehrenamtlicher Aufsicht von Musikern aus dem ORWOhaus und/ oder Betreuern der beteiligten Vereine haben die Jugendlichen mehrere Stunden in der Woche die Möglichkeit, sich musikalisch auszutoben und miteinander kreativ zu werden. Ferner soll in dem Raum eine günstige Aufnahmemöglichkeit eingebaut werden.

Schließlich ist das Musikmachen ein sozial fruchtbarer Prozess, bei dem Zuhören und Gegenseitigkeit vom Wunsch zum Gebot wird. Das ORWOhaus ist so zum Treffpunkt für mehrere Hundert Jugendliche geworden. Ob beim Proben, beim Treffen in der ORWOhaus Kantine oder im Rahmen unserer Veranstaltungen: Wir sind fest überzeugt, dass der Betrieb des ORWOhauses den beteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen wertvolle Sozialisierungs-, Beschäftigungs- und Partizipationsmöglichkeiten gibt, die außerhalb des Projektes im sozialen Brennpunkt Marzahn-Hellersdorf so nicht gegeben sind.
Nun gilt es, diese Chance auch denjenigen zu geben, die noch nicht den Schritt gemacht haben, eine Band zu gründen oder gar ein Instrument zu lernen, weil sie nie dazu angeregt wurden oder sich das eben nicht leisten können.

DAS ORWOhaus ist ein ehemaliges Fabrikgebäude im Osten Berlins, das nach Erwerb durch den ORWO -haus e.V. in ein Komplex für Proberäume und Tonstudios umgebaut wurde.
Neben dem Betrieb des Objektes leistet der gemeinnützige ORWOhaus e.V. laufend Kulturarbeit für und mit den Bands, die am Projekt beteiligt sind. Dazu gehören Konzerte in Berlin sowie im Rahmen von in-ternationalen Austauschen, das jährliche ORWOhaus Festival und weitere Projekte im Kultur- und Bil -dungsbereich. Zweck der Vereinssatzung ist die Nachwuchsförderung im Bereich der populären Musik.
Mit dem Projekt möchte der ORWOhaus e.V. eine Anlaufstelle für Musiker/innen schaffen, die alles rund um das Musikmachen unter einem Dach beherbergt; von günstigenProberäumen hin zu musiknahen Dienstleistungen wie Tonstudios, Veranstaltungstechnik oder Vermittlung an Veranstaltern. Inzwischen haben sich auch namhafte Bands wie Silbermond, Knorkator, die Ohrbooten oder Tim Bendzko im OR-WOhaus eingemietet. Das ORWOhaus finanziert sich ausschließlich über Mieteinnahmen. Es werden keine laufenden Zuschüsse bezogen. Punktuell werden projektgebundene Fördermittel beantragt. Zur Zeit wird an dem Ausbau von Veranstaltungsräumen im Erdgeschoss sowie an umfassenden Renovie-rungsmaßnahmen gespart. In den letzten Jahren hat sich der ORWOhaus e.V. zunehmend im öffentlichen Bereich engagiert und wird inzwischen als wichtiger kulturpolitischer Akteur der Berliner Musiklandschaft gesehen. Das ORWO-haus ist ein lebendiges Beispiel für die wirtschaftlich und kulturell erfolgreiche Umnutzung ehemaliger In-dustrielandschaften und die Belebung benachteiligter Randbezirke. Das Beispiel ORWOhaus zeigt, dass junge Kreative, mit Hilfe von tragfähigen Konzepten, eigenständig Strukturen zur Etablierung einer leben -digen urbanen Kultur aufbauen können, die zudem wichtige Sozialisierungs- und Beschäftigungsmöglich-keiten für die Betroffenen bieten. Das Projekt hat langfristig den Anspruch, sich auch interdisziplinär als alternative Kulturstätte im Raum Berlin-Ost zu etablieren.

ZAHLEN UND FAKTEN:
Der ORWOhaus e.V.: 6 Angestellte, davon 3 Vollzeit- und 3 Halbzeitstellen
8- köpfiger ehrenamtlicher Vorstand, ca. 100 Vereinsmitglieder
Das ORWOhaus: Ungefähr 200 Bands in 105 Proberäume auf 4500m², 950m² Gewerberäume für Musik -nahe Dienstleistungen, 1000m² ausbaufähige Lagerflächen. Das ORWOhaus gilt als größter Proberaum-komplex Europas.
Projekte: Veranstaltung von 5 Festivals auf eigenem Gelände und über 200 Konzerte in Berlin; Bandaus -tausche mit Rußland, Frankreich und Dänemark, Förderung einer Band bestehend aus Menschen mit Be -hinderung (mit Lebenshilfe Berlin gGmbH), Rundfunk Sendung „Plattensprung“(88,4 Ukw Berlin), wö-chentliche ORWO Jam Session u.v.m

Historie:
2004: Kündigung der Mietverträge im ORWOhaus durch die TLG aufgrund schwerer Brandschutzmängel
2005: Gründung ORWOhaus e.V. durch ehemalige Mieter
2006: Kauf des Gebäudes und Grundstücks durch den ORWOhaus e.V.
2006: Zuwendungen des Landes Berlin und der Stiftung Deutsche Klassenlotterie für Sanierung und Brandschutzmaßnahmen (je 50.000 und 1 Mio. €)
2007: Umbenennung der Straße 13 in Frank-Zappa-Straße auf Initiative des ORWOhaus e.V.
2009: Abnahme der Umbaumaßnahmen und Erteilung einer Nutzungsgenehmigung
2011: Bauantragstellung für den Ausbau der Hallen im Erdgeschoss bis 2015
2012: Mitwirkung an der Gründung des Berliner Musicboards

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