Unicef-Bericht zur Kinderarmut in Deutschland

Kinderarmut aktuell

Unicef-Bericht zur Kinderarmut:
Berlin und Bremen kommen schlecht weg

Kinderarmut in Deutschland bleibt weiterhin ein großes Thema. Wie der aktuelle Unicef-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland hervorhebt, gibt es in Sachen Kinderarmut große regionale Unterschiede.

In Flächenländern fühlen sich Kinder demnach wohler als in Großstädten. Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und das Saarland sind besonders lebenswert. Berlin und Bremen, aber auch Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt liegen dagegen am unteren Ende der Skala, vor allem was das materielle Wohlbefinden und die Bildung angeht.

Interessanterweise gibt es keinen bemerkenswerten Ost-West-Gegensatz: „Legt man die Einkommensunterschiede und Lebenshaltungskosten zugrunde, wird die Kinderarmut in den westdeutschen Bundesländern unterschätzt und in den ostdeutschen überschätzt“, heißt es in dem Bericht.

Im Bundesdurchschnitt müssten acht Prozent der Kinder mit weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens auskommen. „Ein politischer Ansatz, der allein auf Verbesserungen in Kindergarten und Schule setzt, greift zu kurz“, sagte Prof. Bertram. Unicef-Vorsitzender Jürgen Heraeus forderte: „Die Bildungspolitik muss durch eine gezielte Arbeits- und Sozialpolitik ergänzt werden.“ Dabei gelte es, regional differenziert zu handeln. „Ein bundeseinheitlicher Maßstab zur Berechnung der relativen Kinderarmut reicht nicht aus.“

Eltern müssen Arbeit haben

Die Teilhabe der Eltern am Arbeitsleben ist von zentraler Bedeutung für das Wohlbefinden der Kinder. Eltern seien die wichtigsten Vorbilder, sofern sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten und aktiv an der Gesellschaft mitwirken. Eine gute Förderung in Kindergärten und Schulen könne Defizite in diesem Bereich nur begrenzt ausgleichen.

Negativ auf das Wohlbefinden wirken sich demnach vor allem Arbeitslosigkeit der Eltern und Angst vor Mobbing in der Schule aus. Einfluss hat auch die familiäre Situation, zum Beispiel ob Kinder bei alleinerziehenden Eltern aufwachsen oder in einer Stieffamilie.

Für den Unicef-Bericht hatte ein Forscherteam von der Berliner Humboldt-Universität anhand verschiedener verfügbarer Daten wie Mikrozensus oder Pisa-Studie das Wohlbefinden der Kinder in Deutschland untersucht. Ausgewertet wurden unter anderem Daten zu Gesundheit und Sicherheit sowie zu den Beziehungen zu Familie und Freunden. Außerdem wurde erhoben, wie die Kinder selbst ihre Situation einschätzen.

Quelle= RTL.de

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