Zu wenig Kinder in Deutschland

Zu wenig Kinder in DeutschlandVon Almut Rosenbrock: Die aktuelle Meldung über die geringen Geburtenzahlen veranlasste mich zum Schreiben des beigefügten Texts.
Als Gründerin des Aktionsbündnisses „Gerne leben mit Kindern“ beschäftige ich mich seit längerem mit der Frage, wie man Familien positiv unterstützen kann hin zu gelingendem gemeinsamen Leben. Und auch damit (auch aus eigenem Erleben als Mutter zweier Kinder), was für Eltern wichtig und förderlich ist.
Familien leisten doch einen sehr wichtigen gesellschaftlichen Beitrag.

Kaum aus dem Urlaub – (in Bulgarien, wo man übrigens das gleiche Lamento hört!) – zurück, überfällt mich die inzwischen alljährliche Nachricht, es gebe weiterhin zu wenige Geburten in Deutschland.

Ich bin eine der Frauen, die trotz des Lamentos Kinder großzieht!

Ich sehe allerorten Babies, Kleinkinder, Schulkinder, Jugendliche.

Wie ist das Lebensgefühl von Menschen zwischen 20 und 45, in dem Alter also, wo gewöhnlich Familienbildung stattfindet? Wie geht es den Eltern der vorhandenen Kinder? Wie ist das Lebensgefühl von Familien – und wie fühlt es sich überhaupt an, in unserem Land zu leben? Fragt die Politik eigentlich mal (differenziert) danach?

Kinder sind ein Ausdruck, eine logische Folge von Lebensfreude!

Wer gerne lebt, mit freudiger Erwartung in die Zukunft schaut und die Gegenwart genießt, dem fällt es nicht schwer, sich für Kinder zu entscheiden. Kinder bringen eine unglaubliche Lebendigkeit, Kreativität und Energie mit sich. In Kindern schlummern ungeahnte Möglichkeiten!

Unsere Bundesregierung hat zum Jahresanfang die 300 Euro Elterngeld-Sockelsatz, die den ganz „Armen“ ohne Anrechnung auf Hartz 4 noch gezahlt wurden (nach der Verkürzung der Elterngeldzeit vor einigen Jahren von 2 auf nur noch ein Jahr), nun ganz gestrichen. Das Kindergeld wurde 2009 und 2010 um insgesamt 30 Euro pro Kind und Monat erhöht, ungeachtet des Einkommens. Davon blieben jedoch die Menschen ausgespart, die – aus welchem Grund auch immer – kaum oder kein eigenes Einkommen haben. Der Hartz 4-Satz für Kinder blieb gleich, das nun mehr gezahlte Kindergeld wird bei Hartz 4 wieder eingespart.

Es gibt in Deutschland Menschen, die Hundefutter (was sie bei der Tiertafel für ihren Hund bekommen) mit Spagetti essen und feststellen, das schmecke gar nicht so schlecht – und es macht wenigstens satt. Bei nicht wenigen Familien ist spätestens am 20. des Monats der Kühlschrank leer und kein Geld mehr im Portemonnaie! Es ist kaum ein Auskommen mit diesen geringen Sätzen – es darf jedenfalls nichts „dazwischenkommen“.

Auf der anderen Seite erhöhen sich Politiker ihre Diäten mal eben um Beträge, die über dem liegen, was man einem Hartz 4-Empfänger für den ganzen Monat zugesteht! Und Miliarden(garantien) gehen an Banken und andere (EU-)Länder. Mal von den Beträgen ganz abgesehen, die die Bürokratien in Berlin, Brüssel und anderswo verschlingen!

Die Bodenhaftung scheint verlorengegangen zu sein. Eine Umfrage ergab, dass ganze 7% der Bevölkerung angaben, Vertrauen in Politiker zu setzen!!! Und das soll Demokratie sein… ? Ich schäme mich dafür, wenn beispielsweise Frau Merkel anderen Ländern wie China dieses System empfiehlt!

Diese Politik will alle Menschen in ihr „System“ zwingen.

In Ungarn haben Menschen, die sich für das Leben einsetzen, eine Plakataktion durchgeführt, in der sie dafür warben, anstatt Kinder abzutreiben, diese zur Adoption freizugeben. Denn die niedrige Geburtenrate allenthalben basiert natürlich auch auf der hohen Zahl von Abtreibungen. Diese Kinder dürfen nicht leben – weil ihre Mütter sich, aus den unterschiedlichsten Gründen, gegen deren Leben entscheiden. Sie wissen zu dem Zeitpunkt noch nicht, welche Folgen das für ihr zukünftiges Leben haben wird. (Es sind genug Berichte über schwerste psychische Folgen überall im Internet zu finden! Das wird jedoch sehr gerne totgeschwiegen.)

Die Plakataktion war mit EU-Zuschüssen gefördert worden. Nun jedoch hat die EU die Zuschüsse zurückgefordert – denn man sei ja für das „Recht auf Abtreibung“.

Die EU fördert also nicht das Leben, sondern tut das Gegenteil… .

Eltern, die feststellen, dass die Schule ihren Kindern nicht guttut, haben wegen der Schulpflicht in Deutschland keine Wahl. Eltern, die als Konsequenz auf schulische Negativerfahrungen ihre Kinder zu Hause unterrichten wollen, da sie sich in der Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Kinder sehen, werden vom Jugendamt bedroht, das die Kinder dann wegnimmt und ins Heim oder zu Pflegefamilien steckt.

Nicht wenige Familien sind auch aus diesem Grund bereits aus Deutschland geflohen – wie Familie Romeike, die in den USA Asyl bekommen hat.

Nicht nur da agiert das Jugendamt verhängnisvoll. Voller „Selbstbewusstsein“ und Herablassung werden in Deutschland immer mehr Kinder aus ihren Familien, von ihren Eltern und Geschwistern weggenommen. Dabei wird vorher meist nicht ganzheitlich die Familie und ihre „Not“ (die manchmal da sein mag, oft auch nur vorübergehend – Kindererziehung ist eine schwere Aufgabe!) betrachtet und konstruktive Hilfe erarbeitet und angeboten – nein, oft genug wird aus „Angst“ schnell „zugegriffen“ (Fachsprache „in Obhut genommen“). Das Leid, das Kinder, Eltern, Geschwister, Großeltern, Angehörige dadurch ertragen müssen, in welchem Ausmaß dadurch Leben zerstört wird – es ist unermesslich!!!

Dabei treibt die durch die Hartz 4-Gesetze mit politisch verursachte Armut Menschen oft in kaum zu bewältigende Problemlagen. Dass darunter die gesunde Erziehung und auch Ernährung von Kindern zwangsläufig leiden, ist nicht überraschend. Erziehung kostet Kraft und Geld – und braucht langen Atem!

Es ist keine nachhaltige Lösung, daraufhin zu sagen, wir nehmen die Kinder längstmöglich raus aus den Familien, in Krippen, Kindertagesstätten oder Ganztagsschulen!

Das verlagert die Probleme, führt nämlich vor allem dazu, dass die innerfamiliären Bindungen geschwächt, belastet oder gar zerstört werden. Die treue Sorge für ihre Kinder ist einer Mutter angeboren und ihr tiefstes Verlangen!

In wie schweren Situationen habe Mütter ihre Kinder beispielsweise in Kriegszeiten durchgetragen!?! Von den Männern ist da meist ganz schnell nichts mehr zu sehen – und auf „professionelle Einrichtungen“ sollte man (bzw. Frau) nicht vertrauen!

Meine Liebe, mein Einsatz als Mutter für meine Kinder ist unbezahlbar!

Frauen mit ihrer Emotionalität, Kapazität, Zielstrebigkeit, in ihrem Durchhaltewillen und in ihrem Blick für das Menschliche in der Umgebung (Kinder, alte Angehörige, Dorfgemeinschaft, Kindergarten / Schule, …) sind unverzichtbarer und unendlich wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft!

Aus Liebe stellen sie sich den Herausforderungen, die die Aufzucht der Kinder, aber auch die Begleitung des männlichen Partners so mit sich bringen, mit großer Kraft und Energie. Jedoch sind die Kräfte von Frauen auch nicht unerschöpflich – und ein „Dauerzerreißen“ zwischen Beruf (frühestmöglich, wie von der Politik gewollt), Familie und allen anderen Herausforderungen, die das Leben so bringt, gefährdet die Lebensqualität auch aller Drumherumlebenden (das ist eng verwoben mit der seelischen Gesundheit)!

Nach dem eigenen Verstand und der Vernunft das Leben mit den Kindern zu gestalten, ist eine äußerst herausfordernde und befriedigende Aufgabe. Es strahlt von der Energie der Kinder (s.o.) vieles auf die Eltern zurück. Das gibt immer wieder Kraft für die ständig neuen Herausforderungen, die die Begleitung von Kindern in ein eigenständiges Leben mit sich bringen.

Kinder brauchen ein (positives) Wertesystem, sie brauchen feste, verlässliche Beziehungen, um zu gesunden, reifen und leistungsfähigen Menschen heranzuwachsen. Die Gesellschaft sollte sie dabei möglichst unterstützen.

Es wäre schön, wenn man in Deutschland irgendwann mal von ganzem Herzen denken könnte, es ist schön, Familie zu leben – und nicht dieses „TROTZ der Politik“ im Kopf haben würde, das mich derzeit ständig begleitet.

Almut Rosebrock, Aktionsbündnis „Gerne leben mit Kindern“

www.glmk.de

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