Unterstützung von „Loopster“

loopsterWer auf stundenlange Cabriofahrten über staubige Wüsten-Roads quer durch Amerika steht, sich die Sonne ins Gesicht und auf die ausgebleichten Bluejeans knallen und die Haare vom Wind durcheinander wirbeln lässt, der hat sicherlich unter anderem Musik von „Loopster“ in seinem Autoradio laufen.

Damit soll nicht gesagt sein, dass es sich dabei um den Retro-Rock einer längst vergangenen Flower-Power-Raod-Movie-Epoche handelt, es soll lediglich auf die Wurzeln des Musikers verwiesen werden, auf die Idole, von denen er ausging, auf die Mentalität, die er in sich trägt. Anstatt ihn auf diese Art und Weise in ein angestaubtes Klischee eines Electro-Altrockers hineinzudrängen, muss gleichermaßen festgestellt werden, dass er für diese Reduzierung viel zu kreativ und experimentierfreudig ist und dass es ihm durch den Einsatz zahlreicher Synthis, Effektgeräte, Plugins usw. viel zu deutlich gelungen ist, seine Musik in die Neuzeit und in eine eigene unverwechselbare Feder umzusetzen. Weiterhin sollte darauf verwiesen werden, dass diese Spielweise nur ein Bruchteil dessen darstellt, was er im musikalischen Sinne vermag. Es ist nur die, die am deutlichsten durchdringt.

„Got one Jacket“ beispielsweise ist eine Art augenzwinkernder Electro-Country über einen Freak, den es unter Drogeneinfluss in die Wüste verschlägt. „Super Grange“ wiederum handelt davon, auf einer Farm im All von Aliens gefangen genommen worden zu sein, währenddessen man mit ihnen über Lebensideale diskutiert. „Rabbit Tales“ erinnert entfernt an Frühwerke von „Pink Floyd“ um 1971/72, „Beautiful Day for the Cat“ hingegen gibt Motive von „Tom Waits“ als Adaption an und zeigt die vielschichtigen Facetten des Musikers. Doch bis dahin war es ein langer Weg.

Loopster alias Sascha Kratzer wurde am 11.05.1976 geboren. Er genoss schon im zarten Alter musikalische Früherziehung, natürlich in Form der alterwürdigen Blockflöte, die allerdings in alter Rockermanier irgendwann zerbissen und zerstört unbrauchbar in der Ecke landete. Ein Synthesizer, den ihm sein Vater baute, der Elektrotechnikmeister war, interessierte ihn da schon mehr, denn damit waren viel mehr Klang- und Soundvariationen möglich, als mit so’ner ollen Flöte. Es folgte Klavier- und Orgelunterricht. Mit 15 war sein Instrument die Gitarre, die er sich kaufen durfte, nachdem er sich Musik von Def Leppard anhörte und seine Mutter soweit gnädig gestimmt hatte. Nun war der Weg frei für eine erste Band mit drei Freunden zusammen: „Pyromania“. Ein wirkliches Konzept, eine Grundidee, die Festlegung, wer was spielt , gab es damals noch nicht. Der Schlagzeuger besaß noch nicht einmal ein Schlagzeug. Es lief alles noch mehr oder weniger darauf hinaus, so zu tun, als wäre man gefeierte Rockstars. Die Bühne: Das Fenster des eigenen Zimmers. Das Publikum: Die Passanten der gegenüberliegenden Bushaltestelle. Der Applaus: Regelmäßige Anzeigen wegen Lärmbelästigung.

Die eigentliche Profession erlangte Loopster erst als Sänger der Band „Destiny Dreaming“ ab 1995. Mit ihr hatte man bald den ersten Plattenvertrag bei B.O. Records in der Tasche, sodass „Destiny Dreaming“ der Nachwelt 1997 ein Album namens „Water breaks Stone“ hinterließ. Bald schon war jedoch absehbar, dass die Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb einer Band doch sehr begrenzt sind, „…einzig und allein aus den Gründen, dass wenn eine Band zerbricht oder einer davon aussteigt eine ganze Familie zugrunde geht und es schwierig ist dies immer wieder neu aufzubauen. Des weiteren hatte ich damit ein Problem, Songs zu schreiben, bei denen alles stimmt, das Feeling, der Sound, die Emotion und eines der Bandmitglieder kommt dann her und sagt er hätte aber da an diesem Punkt noch gern ein Gitarrensolo oder da lieber ’nen 7/8 Takt etc… So etwas kann extrem aufhalten, wenn es ums Songwriting geht.“ (Loopster in einem Gespräch mit Jörg Brokmann im Juli 2006) Die logische Konsequenz ist daher nahe liegend: der Ausstieg aus „Destiny Dreaming“ und der schrittweise Aufbau einer One-Man-Show – so geschehen ab 1999.

In dieser Zeit zog er sich zurück, baute sein Studio „WhirlLoop productions“ – etwas später „The Loungery“ auf, experimentierte nicht nur mit neuartigen Sachen und Sounds, sondern auch mit den Möglichkeiten eigener Vertriebswege („Loungery Records“). Gelegentlich war er mehr oder weniger aus Spaß an einigen Bands beteiligt, die mitunter eigene Sachen spielte, Jazzsongs elektronifizierte oder Frank-Zappa-Songs interpretierte. Seine wichtigste Produktion war die Musik für zwei Werbespotts, die jedoch finanziell nicht belohnt wurde, weil man es versäumte, einen Vertrag aufzusetzen.

Erst ab 2004 ist Loopster bereit, sich wieder in der Öffentlichkeit zu zeigen und präsentiert seine „One man show LOOPSTER“. Seit 2005 liegt nunmehr eine Demo-CD namens „Not for Sale“ vor und ab Herbst/Winter 2006 sind mehrere Live-Shows geplant. Scheint so als zeigen die Zeichen der Zukunft des ehemaligen „Destiny Dreaming“-Sängers wieder nach oben.

Quelle= Regiomusik.de

Bilder= myspace.com/loopstermusic

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